Galapagos (18.6. - 23.6.)

Die Taxifahrt zum Flughafen verlief viel schneller als erwartet. Nicht nur weil so früh noch kein Mensch auf ist, sondern auch weil unser Taxifahrer jegliche Verkehrsregeln missachtete (Warum bei rot halten, wenn sowieso niemand auf der Strasse ist?;)). Die übrige Zeit am Flughafen verbrachten wir dann mit Nescafé schlürfen und Surfen im Internet..

In Galapagos auf der Insel Baltra angekommen, ging die Reise weiter nach Isla Isabella. Nicht gerade ein leichtes Unterfangen: Nach einer kurzen Busfahrt auf der Insel Baltra, einer Fahrt mit der Fähre zur Insel Santa Cruz, eine etwas längere Busfahrt quer über die Insel zum Hafen Puerto Ayora (mit kurzem Mittagessen-Stop), gings zum krönenden Abschluss mit dem Speedboot bis zum Ziel. Die Fahrt auf dem Speedboot dauerte zwei Stunden und war alles andere als smooth.. Wir waren jedoch dank Seasickness-Pillen gut vorbereitet und mussten uns nur mit den vor Schlechtsein verzogenen Gesichtern der Mitreisenden abfinden.. Im Hafen angekommen, begrüssten uns bereits aufgestellte Seelöwen, quitschrote Krabben und ein Pelikan.

 

Auch der Abholservice vom Hotel liess nicht lange auf sich warten. Im Hotel angekommen, besuchten wir die grösste Lagune auf Galapagos, wo die grell pinken Flamingos sich den Bauch vollschlugen oder einfach auf einem Bein relaxten.. Diese Flamingos stammen  ursprünglich aus der Karibik. Weil in der Karibik diese Exemplare nicht mehr zu finden sind (die Karibik beheimatet jetzt dafür Flamingos aus Afrika), wurden sie mittlerweile als höchstwahrscheinlich endemisch eingestuft.

Auf dem Weg zurück ins Hotel wurden wir an einer traumhaften Strandbar abgesetzt, wo wir mit einem Drink in der Hand (Vivi trank natürlich artig Saft..;)) den Einheimischen beim Beachen und Slacklinen zuschauten..

Am nächsten Tag hatten wir ein straffes Program zu absolvieren, aber wir wollen uns ja nicht beklagen.. Am Morgen wanderten wir auf den Vulkan Cierra Negra. Die Landschaft hätte sich während dem Marsch (tägliches Brot für unser Guide und darum sehr zügig unterwegs) nicht mehr verändern können. Zuerst gings durch Schlamm, grüne Vegetation und Nieselregen den Vulkan hinauf, wo es zunehmend  trockener wurde, bis wir schliesslich über ausgekühltes Lava und an Kratern vorbei gingen.

Das mineralreiche Gestein zeigte sich dank Oxidation in den verschiedensten Farben wie knallgelb, lila oder rot-orange.

Theoretisch hätten wir während der Wanderung entlang des Vulkans dessen ganze Caldera (Krater) sehen sollen, jedoch brachte der starke Wind aus der falschen Richtung immer wieder dichten Nebel. Nur für einen kurzen Moment konnten wir einen Blick auf den Inhalt erspähen. Am Nachmittag stand Schnorcheln in der Nähe des Hafens auf dem Programm, wobei uns die verspielten Seelöwen in ihren Bann zogen.. Frech und sehr flink schwammen sie auf uns zu, um sich kurz vor unseren Gesichtern blitzschnell abzuwenden (hat uns anfangs einen schönen Schrecken eingejagt..:)).

 

Zurück auf dem Boot bestaunten wir aufgeregt die kleinen Pinguine, welche ihren Kopf in den Himmel streckten, um die letzten Sonnenstrahlen zu erhaschen. Auf der benachbarten Insel Tintorero bestaunten wir die tief schwarzen (bestens getarnt auf dem schwarzen Lavagestein) marinen Iguanas. Sie lagen völlig furchtlos und alle Viere von sich gestreckt auf den Felsen. Die süssen Baby-Iguanas, welche kürzlich geschlüpft waren, lagen haufenweise aufeinandergetürmt aud den Steinen, um sich warm zu halten.

Von dieser Insel aus konnten wir obendrein Riffhaie beobachten, die sich im seichten, warmen Wasser erholten und sich gleichzeitig von Parasiten reinigen liessen.

 Nach einem fabelhaften Esse n gings nochmals auf ein, zwei Drinks an die Strandbar. Jedoch nicht zu übermütig, da uns am nächsten Morgen (um 6 Uhr!!!) eine weitere, ruppige Fahrt auf dem Speedboot erwartete..

Zurück am Flughafen in Baltra wurden wir von unserem Guide Daniel in Empfang genommen. Am Hafen wartete eine hübsche kleine Jacht auf uns, mit welcher wir die nächsten vier Tage weitere Inseln von Galapagos erkundeten. Am selben Nachmittag besuchten wir einen kleinen Nationalpark auf der Insel Santa Cruz. Dort hielten sich vorwiegend riesige Landschildkröten auf, welche uns weitere geniale Fotosujets lieferten.

Dass diese sich nicht wahnsinnig schnell fortbewegen können, ist ja bekannt, nur scheinen die Tiere auf Galapagos im Allgemeinen sehr unbeeindruckt von der Anwesenheit der Menschen zu sein. Ganz zur Freude der Besucher natütlich..Nur bei einer Spezies schien dies tödlich zu sein. Auf der Strasse quer durch Santa Cruz konnten wir schon bei unserer Ankunft schrecklick viele gelbe Federn durch die Luft wirbeln sehen. Diese süssen kleinen Vögelchen setzen sich furchtlos auf die Strasse und scheinen sich der heranrollenden Gefahr nicht bewusst.. Ein einziger Vogelfriedhof!!

Am folgenden Tag besuchten wir die Landiguanas auf der Insel Santa Fe. Die Insel ist durch eine Subduktion entstanden, weshalb man auf der einen Seite steile Klippen und auf der anderen einen felsigen Strand findet.

Die Landiguanas sind im Gegensatz zu ihren marinen Zeitgenossen viel heller und werden während der Paarungszeit knallgelb, weil sie möglichst viele gelbe Kaktusblüten verspeisen.

Am Nachmittag gings mit Wetsuit und Schnorchelausrüstung ein weiteres Mal ins ziemlich kühle Nass. Es hat sich aber definitiv gelohnt. Wir hatten das Glück eine riesige Meeresschildkröte anzutreffen! Eine ganze Weile begleiteten wir sie auf ihrem Weg, bevor uns dann doch ein wenig kalt wurde und wir im Gummiboot zurück zur Jacht chauffiert wurden. Der Tag endete mit einem kleinen Spaziergang auf einer weiteren kleinen Insel, wo wir widerum Landiguanas erspähen konnten, welche endemisch sind für diese Insel. Wir nutzten die Gelegenheit und schossen bei wunderschöner Kulisse ein Gruppenfoto mit der bunt gemischten Galapagostruppe. Entgegen unserer Erwartung waren nicht ganz alle Gäste 60+..;)

Das Hauptziel des dritten Tages auf dem Boot war das Beobachten der Rot- und Blaufusstölpel. Auf einer kleinen Insel bei San Cristobàl, welche aus Vulkanstaub bestand, sind die Rotfusstölpel zu Hause. Weil sie jedoch ihre Nester ein wenig abseits des Touristenpfades erbauten und sich wegen uns auch nicht die Mühe machten aufzustehen, waren die knallroten Füsse nur schwer zu sehen.

 

Dafür verwöhnte uns der Strand mit etlichen Seelöwen, die uns mit ihren Lauten (an Ziegen erinnerend) und ihren tollpatschigen Bewegungen unterhielten..  

Nach einer kurzen Fahrt auf der Jacht kamen wir zu einer weiteren winzigen Insel, die wir zuerst schnorchelnd umrundeten und anschliessend bei untergehender Sonne den Paartanz der Blaufusstölpel auf der Insel mitverfolgten..

 

Am letzten Abend vor unserer Abreise schlürften wir mit der ganzen Truppe inklusive herausgeputzter Besatzung einen Abschiedscocktail. Den Abend liessen wir dann bei einem Glässchen Wein auf der Insel San Cristobàl ausklingen.

Am vierten und letzten Tag blieb uns nur noch der Morgen für einen Besuch in einem Museum in San Cristobàl, wo wir über die Geschichte der Insel mehr erfuhren. Endgültig wieder zurück auf dem Festland war uns noch eine ganze Weile schwindlig..

 

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